Dana White hat für Alex Pereiras Debüt im Schwergewicht einen sehr hohen Preis ausgesetzt, und es geht nicht nur um den Interimstitel.
Pereira trifft am 14. Juni bei UFC Freedom 250 auf Ciryl Gane und hat die Chance, als erster Kämpfer in der UFC-Geschichte Titel in drei verschiedenen Gewichtsklassen zu gewinnen. Allein das würde den Abend historisch machen. White hat die Diskussion nun noch weiter angeheizt und erklärt, ein Sieg könnte Pereira im Rennen um den besten Kämpfer aller Zeiten an Jon Jones vorbeiziehen lassen.
Das ist keine Kleinigkeit vom UFC-Chef. Jones wird in dieser Diskussion seit Jahren immer wieder als Favorit gehandelt. Pereira hingegen ist zwar erst seit deutlich kürzerer Zeit in der UFC, doch sein Aufstieg ist beispiellos: Mittelgewichts-Champion, Halbschwergewichts-Champion und nun nur noch einen Kampf vom Schwergewichtstitel entfernt.

White erhöht den Einsatz.
Pereira kam nicht als typischer MMA-Kämpfer in die UFC. Er hatte eine herausragende Kickboxkarriere hinter sich und stieg dann so rasant auf, dass jeder Kampf wichtiger wirkte als der vorherige. Er schlug Israel Adesanya K.o. und sicherte sich den Mittelgewichtstitel, wechselte ins Halbschwergewicht, holte sich auch dort den Gürtel und bekommt nun einen Titelkampf im Schwergewicht, ohne jahrelang in dieser Gewichtsklasse gekämpft zu haben.
Whites Argumentation basiert auf diesem Tempo. Jones hat die umfangreichere UFC-Bilanz, die längste Titelregentschaft und den Sieg im Schwergewicht gegen Ciryl Gane. Pereira hat die Chance, etwas zu erreichen, was noch keinem UFC-Kämpfer in drei Gewichtsklassen gelungen ist.
Der Begriff „GOAT“ (Greatest of All Time) sorgt immer wieder für Diskussionen, weil die Fans unterschiedliche Maßstäbe anlegen. Manche legen Wert auf Langlebigkeit, andere auf Dominanz, wieder andere auf einen besonders harten Kampfplan. Pereiras Erfolg basierte jedoch auf etwas anderem: einem kurzen, brutalen und historischen Aufstieg durch Gewichtsklassen, in denen Kämpfer normalerweise für zu schnelle Wechsel bestraft werden.
- Pereira kann der erste UFC-Kämpfer werden, der Titel in drei Gewichtsklassen gewinnt.
- Er hat bereits UFC-Gürtel im Mittelgewicht und Halbschwergewicht gehalten.
- Der Kampf gegen Gane geht um den Interimstitel im Schwergewicht der UFC.
- Dana White meint, dass eine solche Leistung Pereira über Jon Jones stellen könnte.
Jones besitzt nach wie vor das längere Erbe.
Pereira vor Jones zu stellen, wäre keine einfache Entscheidung. Jones dominierte jahrelang das Halbschwergewicht, besiegte mehrere Generationen von Herausforderern und kehrte dann ins Schwergewicht zurück, um Gane zu besiegen und sich einen weiteren Titel zu sichern. Seine Erfolgsgeschichte basiert nicht auf einem einzigen Kampf oder einem Gewichtsklassenwechsel. Sie gründet sich auf eine lange Phase, in der ihn fast niemand bezwingen konnte.

Deshalb wird Whites Kommentar die Gemüter spalten. Pereira kann am 14. Juni ein eindrucksvolleres Stück Geschichte schreiben, doch Jones hat nach wie vor den längeren Rekord. Die Debatte dreht sich letztendlich um die Frage, was wichtiger ist: der längste Berg oder die schnellste Besteigung dreier separater Berge.
| GOAT-Argument | Jon Jones | Alex Pereira |
|---|---|---|
| UFC-Titelklassen | Halbschwergewicht und Schwergewicht | Mittelgewicht, Halbschwergewicht und möglicherweise Schwergewicht |
| Hauptstärke | Langjährige Meisterschaftsdominanz und herausragende Erfolgsbilanz | Historische Geschwindigkeit über mehrere Gewichtsklassen hinweg |
| Nächster wichtiger Punkt | Sein Vermächtnis ist bereits etabliert. | Er muss Ciryl Gane besiegen, um den dreiteiligen Fall abzuschließen. |
Gane kann die ganze Debatte beenden.
Die Schwierigkeit für Pereira besteht darin, dass die Diskussion nur dann stattfindet, wenn er Gane besiegt. Der französische Schwergewichtler ist kein repräsentativer Gegner, der nur dabei ist, um Geschichte mitzuerleben. Er ist schnell, erfahren und hat bereits mehrfach um den UFC-Schwergewichtstitel gekämpft.
Gane weiß genau, was dieser Kampf ihm bringen kann. Besiegt er Pereira, gewinnt er nicht nur einen weiteren Interimstitel. Er verhindert einen Dreikampf um den Titel, beendet die Spekulationen um Pereiras GOAT-Status und zwingt die Schwergewichtsklasse, ihn wieder als mehr als nur den Mann wahrzunehmen, der gegen Jones und Tom Aspinall verloren hat.
Für Pereira ist der Weg zwar klar, aber brutal. Er muss seine Schlagkraft in eine Gewichtsklasse mitnehmen, in der die Kämpfer körperlich größer sind, die Clinches intensiver und ein Fehler noch viel schwerwiegendere Folgen haben kann als im Halbschwergewicht. Seine linke Hand hat bereits zwei UFC-Gewichtsklassen durchlaufen. Das Schwergewicht ist die finale Prüfung, ob sie damit noch immer alles verändern kann.
White hat nun dafür gesorgt, dass der Kampf nicht nur als Pereira gegen Gane betrachtet wird. Es ist Pereira gegen die Geschichte, Pereira gegen Jones' Position in der Debatte und Pereira gegen die eine Leistung, die noch keinem UFC-Kämpfer gelungen ist.
Am 14. Juni steht der Interimstitel im Schwergewicht auf dem Spiel. Sollte Pereira gewinnen, wird die Debatte um Jon Jones zwar nicht enden, aber es wird deutlich schwieriger werden, Pereira aus dem Ring fernzuhalten.
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