Jon Jones ist noch nicht weg. Noch nicht.
Der ehemalige Weltmeister in zwei Gewichtsklassen verbrachte den Großteil des Jahres in einem öffentlichen Streit mit Dana White, wütend darüber, nicht zum Kampfabend im Weißen Haus eingeladen worden zu sein. Er forderte seine Entlassung. Er rief einen Anwalt an. Er sprach davon, Francis Ngannou auf dem freien Markt zu verpflichten oder sich im Boxsport zu versuchen. Auf dem Papier wirkte es wie eine Scheidung in Zeitlupe.
Doch Jones selbst sieht das anders. Ciryl Gane – der Mann, den er bei UFC 285 besiegte und sich damit den Schwergewichtstitel sicherte – bezeichnete ihn in einem Gespräch mit TNT Sports als den aktuell besten Kämpfer der Organisation. Jones antwortete in seinen Instagram-Stories mit zwei Sätzen, die allem widersprachen, was die Gerüchteküche verbreitet hatte.

Drei Worte, die die Geschichte neu schreiben
Jones postete, dass er weiterhin im UFC-Kader steht und nach wie vor in der Lage ist, die größten Kämpfe der Welt zu bestreiten. Dann fügte er in Richtung Gane hinzu: „Ich schätze es, dass du so ehrlich bist.“ Dieser Austausch ist aus mindestens zwei Gründen bedeutsam. Erstens stammt er von dem Mann, den Jones im März 2023 bewusstlos würgte – kein Verbündeter, sondern jemand, der den Druck selbst spürte und das Talent dennoch respektiert. Zweitens verleiht er einer Situation, die aussichtslos schien, eine neue Bedeutung.
Jones wurde ein Platz bei der UFC-Veranstaltung im Weißen Haus verweigert, dem politischsten Event in der Geschichte der UFC. Dana White erklärte gegenüber den Medien, es habe nie Verhandlungen gegeben. Jones konterte, der Promoter lüge. Das Verhältnis verschlechterte sich rapide. Ein Anwaltsteam wurde eingeschaltet. Doch hinter all dem Trubel gab es nie einen konkreten Antrag des Kämpfers auf Entlassung.
Ganes ungewöhnliche Unterstützung
Das ist eine seltsame Situation. Gane ist dreimal gescheitert, den unangefochtenen Schwergewichtstitel zu gewinnen. Die Niederlage gegen Jones bei UFC 285 war der zweite Fehlschlag. Am Sonntag kämpft er im Weißen Haus gegen Alex Pereira um den Interimstitel – sein vierter Versuch, der unangefochtene Champion zu werden. Und nun bezeichnet er, völlig unerwartet, seinen Gegner als den Besten im Ring. Das ist ungewöhnlich für einen Kämpfer. Die meisten Männer in dieser Position versuchen, im Vorfeld eines Kampfes die Oberhand zu gewinnen. Gane hingegen lobt denjenigen, der ihn K.o. geschlagen hat. Das sagt einiges darüber aus, wie Jones im Locker Room tatsächlich wahrgenommen wird und wie ihn die UFC-Führung behandelt.
- Jones besiegte Ciryl Gane im März 2023 bei UFC 285 durch einen Guillotine-Choke und wurde damit Doppelmeisterin.
- Dana White dementierte, dass zwischen Jones und der UFC Verhandlungen über einen Platz auf der Kampfkarte im Weißen Haus stattgefunden hätten.
- Jones reagierte mit der Forderung nach seiner Freilassung und kontaktierte einen Rechtsbeistand, um eine Vertragsauflösung zu prüfen.
- Trotz der zerrütteten Beziehung bestätigte Jones via Instagram Stories, dass er weiterhin im aktiven UFC-Kader steht.

Was kommt als Nächstes für die Schwergewichtsklasse?
Hier kommt der Punkt, den noch niemand beantworten kann. Jones steht im Kader. Er sagt, er könne immer noch die größten Kämpfe bestreiten. Doch die UFC bucht ihn nicht. Die Veranstaltung im Weißen Haus findet am Sonntag ohne ihn statt, obwohl er sich seit Donald Trumps Ankündigung im letzten Sommer um einen Platz bemüht hatte. Er wollte Alex Pereira. Pereira kämpft stattdessen gegen Gane.
Die Klarstellung seines Kaderstatus ist wichtig, weil sie die Tür einen Spalt offen lässt. Jones ist nicht Alex Pereira. Er hat kein Interesse an monatlichen Kämpfen oder Titelverteidigungen nach einem festen Zeitplan. Er will einmalige Blockbuster. Den Kampf gegen Ngannou in einer anderen Organisation. Einen Boxkampf. Oder ein Duell mit Pereira, das die UFC als das größte Event des Jahres vermarkten kann. Das Problem ist, dass Dana White das auch wollen muss, und im Moment tun die beiden nicht einmal so, als wären sie sich einig. Jones bestätigte seinen Vertragsstatus mit einem Story-Post, nicht mit einer Pressekonferenz. So weit liegen sie auseinander.
| Event | Detail |
|---|---|
| UFC 285 | Jones besiegt Gane durch Guillotine, März 2023 |
| Titelversuche | Drei gescheiterte Gebote für unbestrittenes Gold |
| Sonntagskarte | Gane gegen Pereira um den Interimstitel im Schwergewicht |
| Jones-Ziel | Alex Pereira, bevor der Deal mit dem Weißen Haus scheiterte |
| Karte des Weißen Hauses | Verkündet von Präsident Trump, Juni 2025 |
| Jones-Erklärung | Laut Instagram-Post weiterhin im Kader. |
So sieht die Lage im Schwergewicht aktuell aus. Der Mann, den viele für den besten aktiven Kämpfer halten, ist laut eigener Aussage weiterhin im Titelrennen. Doch im Kader zu stehen und tatsächlich zu kämpfen, sind zwei verschiedene Dinge. Am Sonntag wird sich zeigen, ob Gane sich ohne Jones' Konkurrenzkampf wieder in die Titeldiskussion zurückkämpfen kann. So oder so, der größte Name im Ring schaut von der Couch aus zu.
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