Tom Aspinall hat seit seiner Augenverletzung, die den Kampf um den UFC-Schwergewichtstitel auf Eis legte, nicht mehr gekämpft. Sein Name taucht nun aber in einem ganz anderen Streit auf. Dana White und Eddie Hearn streiten nicht darüber, gegen wen Aspinall als Nächstes antreten soll. Sie streiten darüber, wer den Wert eines Schwergewichtschampions kontrolliert.
White hat Hearns öffentliche Forderung, die UFC solle Aspinall aus seinem Vertrag entlassen, zurückgewiesen. Die Reaktion wirkte nicht wie eine Verhandlung. Es war vielmehr die klare Ansage eines Promoters an einen anderen, dass man Top-Athleten mit Vertrag nicht einfach so abgibt, nur weil ein Konkurrent mehr zahlen kann.
Deshalb wurde das Beispiel von Jesse „Bam“ Rodriguez in Whites Antwort so schnell erwähnt. Die Logik war simpel: Wenn Hearn von der UFC die Entlassung eines ihrer wertvollsten Champions verlangt, müsste er im Gegenzug auch die Entlassung eines seiner eigenen Top-Boxstars akzeptieren. White machte deutlich, dass er Hearns Position als rein geschäftliches Argument betrachtet, das auf Matchrooms Seite sofort zusammenbrechen würde.

Aspinall wird zum Hebelpunkt
Aspinall ist der ideale Kämpfer für diesen Konflikt, denn sein Marktwert ist unbestreitbar und seine aktuelle Situation frustrierend. Er ist UFC-Schwergewichtschampion, hat einen schnellen Kampfstil, ist der Star auf dem britischen Markt und wartet immer noch auf seinen nächsten Schritt, während in der Division ein weiterer Titelkampf um Alex Pereira und Ciryl Gane aufgebaut wird.
Hearn hat das Thema Bezahlung stark in den Vordergrund gerückt. Er argumentiert, dass Aspinall weit mehr wert sei als die Bedingungen seines UFC-Vertrags vorsehen und dass ein Schwergewichts-Champion seines Kalibers nicht an eine Struktur gebunden sein sollte, die sein Verdienstpotenzial einschränkt. Diese Botschaft kommt gut an, da die Bezahlung von Kämpfern nach wie vor eines der UFC-Themen ist, das sich am einfachsten zu einer öffentlichen Debatte ausweiten lässt.
Whites Antwort zielt auf die andere Seite derselben Frage ab. Er behauptet nicht, Aspinall sei wertlos. Er argumentiert vielmehr, dass genau dieser Wert der Grund dafür sei, warum die UFC ihn nicht freigeben würde. Ein Champion mit Vertrag ist ein Gewinn, und Veranstalter schwächen ihr eigenes Geschäft nicht, nur weil ein Konkurrent der Meinung ist, der Athlet solle woanders verfügbar sein.
- Aspinall steht weiterhin unter Vertrag bei der UFC und wurde von der Organisation nicht entlassen.
- Hearn hat sich öffentlich dafür eingesetzt, dass der Schwergewichts-Champion aus diesem Vertrag befreit wird.
- White antwortete, indem er die Anfrage damit verglich, Hearn aufzufordern, Bam Rodriguez freizulassen.
- Der Streit findet statt, während Aspinall sich noch von seiner Augenverletzung erholt.
Zuffa Boxing verändert die Temperatur
Schon allein die Frage nach Aspinall würde für Aufsehen sorgen. Doch die Aufregung ist größer, weil White und Hearn nun in die jeweiligen Geschäftsfelder des anderen vordringen. Whites Zuffa Boxing-Projekt hat sich in einen Bereich vorgewagt, in dem Hearn jahrzehntelang Matchrooms Einfluss ausgebaut hat, und die Verpflichtung von Conor Benn hat die Rivalität so persönlich gemacht, dass sie über einen einzelnen Kämpfer hinausgeht.

Dass Hearn über Aspinall antwortet, ist kein Zufall. Aspinall vertritt den UFC-Champion kommerziell, und das verschafft ihm eine wichtige MMA-Größe, die er in die Debatte um Verträge, Bezahlung und die Kontrolle über die Promotion einbringen kann. Whites Gegenwehr zeigt, dass er den Schritt weniger als Lobbyarbeit, sondern eher als Versuch eines Boxpromoters sieht, öffentlich Druck auf die UFC auszuüben.
| Teil der Fehde | Was es bedeutet |
|---|---|
| Tom Aspinall | Der Schwergewichtschampion, dessen UFC-Vertrag zum Mittelpunkt des Streits geworden ist. |
| Eddie Hearn | Er argumentiert, dass Aspinall unterbezahlt sei und die Möglichkeit erhalten sollte, seinen Wert woanders unter Beweis zu stellen. |
| Dana White | Lehnt die Forderung nach der Freilassung ab und verweist darauf, wie Veranstalter ihre eigenen Stars schützen. |
| Zuffa Boxing | Schafft eine separate geschäftliche Rivalität zwischen White und Hearn außerhalb des UFC-Käfigs. |
Der Champion braucht noch einen Kampf.
Aspinalls Problem ist, dass die Kontroverse weiter anwachsen kann, ohne seine Karriere voranzubringen. Er braucht immer noch ein Comeback-Datum, eine vollständige Genesung und einen Gegner. Der Kampf um den Interimstitel im Schwergewicht zwischen Pereira und Gane wird zwar einen potenziellen Gegner für die UFC hervorbringen, aber er beantwortet nicht die Frage, wann der Champion wieder kampfbereit sein wird.
Diese Ungewissheit gibt Hearn Anlass zum Reden. Jede Verzögerung um Aspinalls nächsten Kampf erleichtert es, die Vertragsverhandlungen am Leben zu erhalten. Jeder große UFC-Schwergewichtskampf ohne den Champion im Käfig bietet Kritikern die Gelegenheit zu fragen, warum der wichtigste Mann der Division wartet, während andere um einen vorübergehenden Titel kämpfen.
White gibt öffentlich nicht nach. Seine Antwort erinnerte daran, dass UFC-Champions nicht einfach so Free Agents werden, nur weil ein anderer Veranstalter behauptet, woanders mehr Geld zu verdienen. Hearn kann das Thema weiter verfolgen, aber der Gürtel und der Vertrag bleiben bei der UFC.
Im Moment ist Aspinall eher der Kämpfer, über den alle streiten, als der, dessen Kämpfe alle verfolgen. Das ist wohl der größte Frustpunkt an der ganzen Geschichte. Die Schwergewichtsklasse braucht ihren Champion zurück im Käfig. Stattdessen wird sein Wert in Box-Pressekonferenzen, UFC-News und einem Streit zwischen zwei Promotern, der ihn nun umgibt, infrage gestellt.
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