Jorge Masvidal spricht wieder wie ein Kämpfer, der genug hat von einem Aspekt des MMA, über den sich alle beschweren und den fast niemand behebt.
Diesmal ging er gegen Augenstiche vor. Nicht mit der üblichen Frustration nach dem Kampf, nicht mit der altbekannten Leier von wegen „Die Schiedsrichter müssen sich bessern“, sondern mit etwas viel Direkterem. Masvidal meint, die Strafe müsse sich auch finanziell auswirken. Seiner Ansicht nach reiche ein Punktabzug nicht aus, wenn das Foul den Kampfverlauf verändere, und eine Verwarnung sei definitiv nicht ausreichend, wenn ein Kämpfer für den Rest des Abends beeinträchtigt sei.
Er sagte, er würde sich ein System wünschen, bei dem Kämpfer für Augenstiche einen Teil ihrer Gage verlieren, wobei dieses Geld an den Gegner geht, der gefoult wurde. Das ist eine sehr kämpferische Herangehensweise an das Problem. Wenn der Schaden real ist, sollte sich auch die Strafe real anfühlen. Nicht symbolisch. Nicht formal. Real.
Masvidal sprach nicht wie ein Außenstehender, der nur auf Schlagzeilen aus ist. Er bezog sich auf seine eigene Karriere und den Schaden, den ihm diese Fouls seiner Meinung nach zugefügt haben. Das verlieh seinen Aussagen Nachdruck. Er sprach nicht theoretisch, sondern wie jemand, der die Folgen noch immer selbst spürt.

Masvidal will eine echte Bestrafung
Es gibt einen Grund, warum dieses Thema im MMA immer wieder auftaucht. Augenstiche gehören zu den Fouls, die eine Runde, einen ganzen Kampf ruinieren und manchmal Schäden hinterlassen, die viel länger sichtbar bleiben, als Außenstehende je bemerken werden. Doch im Sport wird damit immer noch so lasch umgegangen, bis der Moment vorbei ist. Eine Verwarnung. Noch eine. Dann vielleicht ein Punkt. Bis dahin blinzelt der Gegner womöglich schon die Hälfte des restlichen Kampfes.
- Masvidal fordert Abzüge vom Taschengeld für Augenstiche.
- Er meint, der gefoulte Kämpfer solle das Geld bekommen.
- Er ist der Ansicht, dass Warnungen nicht ausreichen.
- Er spricht aus eigener Erfahrung mit Augenverletzungen durch Stiche.
Genau da liegt die größte Schwäche seiner Argumentation. Er fordert nichts Abstraktes. Er fordert etwas, das der Sport unmittelbar spüren würde. Geld einfordern. Die Konsequenzen ändern. Kämpfer und ihre Betreuer dazu bringen, nachzudenken, bevor sie unüberlegt handeln und so tun, als sei alles nur Pech gewesen.
Ob die UFC oder andere Kommissionen jemals so weit gehen, ist eine andere Frage. Kampfsportarten brauchen in der Regel lange, um Dinge zu reparieren, die ohnehin jeder als falsch erkennt. Masvidals Idee ist jedoch so simpel, dass sie immer wieder diskutiert werden wird. Sobald ein Kämpfer sagt, die Punktabzüge seien zu gering und man solle stattdessen die Börse kürzen, wirkt das alte Warnsystem noch unglaubwürdiger als ohnehin schon.
Masvidal war schon immer besser als die meisten anderen darin, Beschwerden über Schlägereien so darzustellen, als ob es sich um etwas Persönliches, Körperliches und Unübersehbares handeln würde. Genau das ist hier passiert. Er hat es nicht wie bloßes Schiedsrichtergerede klingen lassen, sondern wie eine noch nicht verheilte Verletzung.
Kämpfer können mit verlorenen Runden leben. Sie können Fehlentscheidungen der Kampfrichter besser verkraften, als sie zugeben wollen. Was sie aber hassen, ist, die Folgen eines Fouls zu tragen, während die Strafe für den Gegner kaum spürbar ist. Masvidal analysierte diese Diskrepanz und meinte, die einfachste Lösung sei, das Foulen teurer zu machen.
Kampfgerede
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