Jasmine Jasudavicius feierte bei UFC Winnipeg genau den Sieg, den sie brauchte: Vor kanadischem Publikum gewann sie einstimmig gegen Karine Silva und positionierte sich damit wieder stark in der Fliegengewichtsklasse der Frauen. Die Punktrichter werteten den Kampf einstimmig mit 29:28, und Jasudavicius' Kampfstil entsprach in allen Punkten ihren Vorlieben. Sie hielt das Tempo hoch, agierte von Beginn an körperbetont und setzte Silva lange unter Druck, ohne dass der Kampf jemals zur Ruhe kam.
In der ersten Runde gab Jasudavicius den Ton an. Sie suchte nicht nach einem spektakulären Moment, sondern wollte den Kampf hart gestalten. Das ist seit Längerem eines ihrer prägnantesten Merkmale. Sie versucht nicht, Kämpfe mit einer ausgefeilten Distanz oder einem vorsichtigen Punktkampf zu gewinnen. Sie will Kontakt, Druck, Clinch-Arbeit, Takedown-Drohungen und ein hohes Tempo, das die Gegnerin schon vor der Hälfte des Kampfes zermürbt. Gegen Silva zeigte sich diese Herangehensweise früh. Jasudavicius war aktiv, verkürzte die Distanz schnell und erzwang Schlagabtausche, die ihrer Größe und ihrem Tempo entgegenkamen.

Jasudavicius gewinnt in Winnipeg
Silva hatte ihre Momente, besonders wenn sie Lücken für saubere Schläge fand oder mit ihrem eigenen Timing Druck ausüben konnte, doch der Kampf driftete immer wieder in Jasudavicius' Zone ab. Das war der entscheidende Unterschied. Jedes Mal, wenn Silva den Eindruck erweckte, das Tempo wieder anziehen oder eine sauberere Sequenz aufbauen zu können, rückte Jasudavicius in ihre Reichweite zurück, umklammerte sie oder stellte sie vor neue Herausforderungen. Es war nicht immer schön anzusehen, aber effektiv. Und in einem Kampf zwischen zwei hochrangigen Fliegengewichtlerinnen zählt Effektivität mehr als Eleganz.
Die zweite Runde wirkte ausgeglichener, da Silva nun ihre besseren Momente hatte. Sie wirkte ruhiger, reagierte weniger impulsiv und setzte ihre Schläge etwas gezielter. Das verlieh dem Kampf phasenweise ein anderes Gesicht. Jasudavicius drängte zwar weiterhin nach vorn, musste sich ihre Erfolge aber deutlich erkämpfen. Silva bestrafte einige ihrer Angriffe, bremste sie stellenweise aus und erzwang so eine ausgeglichenere Runde als die erste. Das war wichtig, denn es verhinderte, dass der Kampf zu einer einseitigen Angelegenheit wurde und machte die letzte Runde wirklich bedeutsam.
Als der Kampf in diese Phase ging, agierte Jasudavicius wie eine Kämpferin, die genau wusste, was sie brauchte. Sie ging keine riskanten Aktionen ein. Sie kehrte zu der Kampfweise zurück, die ihr schon zuvor so gut geholfen hatte: Druck, Kontakt, hohe Schlagfrequenz und Kontrolle, wo immer es ging. Sie blieb aktiv genug, um die Punktrichter auf ihrer Seite zu halten, und gleichzeitig so konzentriert, dass sie Silva keine späte Chance bot. Es war die Art von Runde, die nicht unbedingt für einen dramatischen Moment in Erinnerung bleibt, aber trotzdem den Kampf entscheidet.
Für Jasudavicius ist das Ergebnis von großer Bedeutung, denn dies war kein bloßer Pflichtkampf. Silva war eine ernstzunehmende Herausforderung. Sie ist eine gefährliche Fliegengewichtlerin mit K.o.-Potenzial und einem Kampfstil, der ein Gefecht schnell entscheiden kann, wenn sich die richtige Gelegenheit bietet. Ein Sieg gegen eine solche Gegnerin ist mehr als nur ein weiterer Erfolg. Er zeigt der Division, dass Jasudavicius nach der Niederlage gegen Manon Fiorot weiterhin ganz vorne mitspielt. Diese Niederlage unterbrach ihren Lauf, doch mit ihrer Leistung in Winnipeg meldete sie sich eindrucksvoll zurück. Sie zeigte keine schwache Leistung oder einen schwachen Kampf. Sie feierte einen hart erkämpften Sieg gegen eine hochrangige Gegnerin auf einer Fightcard, auf der kanadische Kämpferinnen den ganzen Abend über besondere Aufmerksamkeit genossen.
Auch die Art und Weise ihres Sieges ist bemerkenswert. Jasudavicius versuchte nicht plötzlich, eine andere Kämpferin zu sein. Ihr Kampfstil wirkte weder gekünstelt noch gezwungen. Sie kämpfte wie immer. Das ist nach einer Niederlage meist ein gutes Zeichen. Kämpferinnen versuchen manchmal, nach einer Niederlage zu beweisen, dass sie alles auf einmal in Ordnung gebracht haben, und das Ergebnis ist oft zögerlich oder unbeholfen. Jasudavicius wusste genau, welchen Kampf sie wollte und wie sie ihn aufbauen wollte. Diese Klarheit zeigte sich in allen drei Runden.
Die Fliegengewichtsklasse war noch nie besonders verzeihend, weshalb Siege wie dieser umso wertvoller sind. Es ist eine Sache, gegen Gegnerinnen außerhalb der Hauptrangliste an Fahrt zu gewinnen. Eine ganz andere ist es, jemanden zu schlagen, der mit einer einzigen Niederlage den eigenen Weg verändern kann. Jasudavicius umging dieses Problem und tat dies auf eine Weise, die ihr ernsthafte Chancen auf einen weiteren wichtigen Kampf eröffnet. In Kanada hatte sie bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad. Nun hat sie einen weiteren Sieg in ihrer Division errungen, der sie auf dem Weg nach oben hält.
Silva verlässt den Ring mit einem anderen Problem. Sie befand sich in einem Kampf, in dem sie das Blatt hätte wenden können, insbesondere in der zweiten Runde, doch sie konnte ihn nie vollständig unter ihre Kontrolle bringen. Gegen jemanden wie Jasudavicius kann das ein langer Kampf werden. Wenn die Gegnerin ständig in Bewegung bleibt, berührt, sich anlehnt und den Kampf forciert, kommt ein Punkt, an dem Können allein nicht mehr ausreicht, es sei denn, sie kann den Kampfverlauf durchbrechen. Silva hatte ihre Momente, doch Jasudavicius ließ diese Momente nie den gesamten Kampf bestimmen.
Am Ende des Abends wirkte das Ergebnis gerecht, und die Reaktionen im Stadion bestätigten dies. Jasudavicius lieferte dem Publikum eine disziplinierte Leistung ab, blieb ihrem Stil treu, der sie so weit gebracht hatte, und verließ Winnipeg mit einem Sieg gegen eine Top-Kämpferin, der bei der Planung der nächsten Fliegengewichtskämpfe von Bedeutung sein dürfte.
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