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Rose Namajunas darf nach Augenoperation das Training wieder aufnehmen.

Rose Namajunas

Rose Namajunas steht kurz vor ihrem Comeback. Nach einer schwierigen Zeit aufgrund einer Augenverletzung hat die ehemalige UFC-Championesse bestätigt, dass sie die Freigabe zum Wiedereinstieg ins Training erhalten hat und endlich wieder voll im Fitnessstudio mitarbeiten kann. Für die Frauen-Divisionen ist dies kein unbedeutendes Update oder eine routinemäßige Genesungsmeldung. Namajunas ist nach wie vor eine Top-Kämpferin, und ihr Comeback bringt sofort frischen Wind ins Fliegengewicht und wirft erneut die Frage auf, wie gefährlich sie in der zweiten Jahreshälfte noch sein kann.

Die Geschichte hält sich hartnäckig seit ihrem Kampf im Januar, als Namajunas nicht nur mit einer schmerzhaften Genesung, sondern auch mit einer kompletten Unterbrechung ihres Karriererhythmus zu kämpfen hatte. Für eine Kämpferin ihres Kalibers ist das immer ein schwerer Schlag. Wenn man nicht etwa durch eine Niederlage in einem harten Kampf, eine Beinverletzung oder eine normale Trainingsverletzung, sondern durch eine Augenverletzung außer Gefecht gesetzt ist, fühlt sich die ganze Situation viel schlimmer an. Dann geht es nicht mehr nur um Form, Timing oder die nächste Gegnerin. Die erste Frage wird viel grundlegender: Wann kann man endlich wieder klar sehen, sich frei bewegen und aufhören, über jeden einzelnen Treffer nachdenken zu müssen?

Rose Namajunas

Namajunas ist zurück im Fitnessstudio, aber die Nachwirkungen von UFC 324 überschatten die Geschichte immer noch.

Für Namajunas zählt jetzt vor allem, dass die Wartezeit endlich vorbei ist. Sie stellte klar, dass es ihrem Auge und ihrer Hand gut geht und dass das Hauptproblem nun das übliche nach einer erzwungenen Pause ist: den Rhythmus wiederzufinden, ihren Körper zurückzuerlangen und zu einer Routine zurückzukehren, in der man nicht nur trainiert, sondern quasi im Kampfalltag lebt. Das ist für Namajunas umso wichtiger, da ihr Stil nie auf roher Gewalt beruhte. Ihre besten Leistungen resultierten stets aus Timing, Distanzkontrolle, schnellen Reaktionen und der Fähigkeit, in entscheidenden Momenten als Erster zu agieren. Nach einer Augenverletzung sind genau diese Qualitäten nicht von heute auf morgen wieder da.

Gleichzeitig tat Namajunas nicht so, als ob die Sache schon erledigt wäre. Ganz im Gegenteil. Sie machte deutlich, dass solche Situationen härtere Strafen nach sich ziehen sollten. Diese Reaktion ist verständlich. Wenn ein paar Augenstiche eine Kämpferin Monate ihrer Karriere kosten, sie zu einer Operation zwingen und sie aus dem Rennen um die Spitze einer der stärksten Frauen-Divisionen im Boxsport werfen, klingt die Diskussion über Konsequenzen nicht mehr nach Frustration, sondern völlig gerechtfertigt. Es ist die Reaktion einer Kämpferin, die einen hohen Preis für Momente bezahlt hat, die den Kampf zwar nicht sofort beendeten, aber alles danach veränderten.

Das ist auch für die UFC keine Eintagsfliege. Namajunas ist nicht nur ein bekannter Name aus einem früheren Titelkampf. Sie ist nach wie vor eine Kämpferin, die in jedem wichtigen Kampf eingesetzt werden kann und die Gewichtsklasse sofort aufmischt. Das gilt insbesondere für das Fliegengewicht. Es gibt zwar immer eine Reihe von Anwärterinnen an der Spitze, aber nicht alle verfügen über ihren Bekanntheitsgrad, ihre Erfahrung in großen Kämpfen oder ihre Nervenstärke. Namajunas hat all das. Ja, ihr Weg seit ihrem Wechsel in die Gewichtsklasse verlief nicht immer reibungslos, aber sie wirkt dennoch nicht wie jemand, der einfach so aus dem Rennen geworfen werden kann.

Der spannendste Teil beginnt, sobald die UFC ihren nächsten Kampf ankündigt. Sollte ihr Comeback planmäßig verlaufen, wird die UFC Namajunas mit ziemlicher Sicherheit eine Gegnerin geben, die schnell zeigen kann, wo sie aktuell steht. Es könnte eine hochrangige Kämpferin mit hohem Tempo sein, oder ein Kampf, bei dem es nicht nur um den Sieg geht, sondern um die Beantwortung einer wichtigeren Frage: Kann sie sich noch ins Titelrennen zurückkämpfen? Hier kann die Pause nach der Operation Vor- und Nachteile mit sich bringen. Eine lange Auszeit beeinträchtigt immer den Rhythmus. Andererseits hat Namajunas nun die Chance, nicht nur aufgrund von Erschöpfung, sondern auch aufgrund eines erzwungenen Neustarts zurückzukommen, der ihr möglicherweise geholfen hat, den Kopf freizubekommen.

Es ist noch zu früh, über ein Datum oder eine Gegnerin zu sprechen, doch die Erlaubnis, das Training wieder aufzunehmen, verändert die Situation bereits. Es ist das erste wirkliche Zeichen seit Langem, dass Namajunas wieder durch den Sport in die Schlagzeilen zurückkehrt – und nicht durch Krankenhausberichte, OP-Fotos oder die Folgen einer kontroversen Auseinandersetzung. Für ihre Karriere könnte dies der wichtigste Wendepunkt seit Jahresbeginn sein. Nun kommt es darauf an, wie schnell sie ihre Schlagfrequenz, ihre Präzision und ihren aggressiven Kampfstil zurückgewinnt, der sie einst zu einer so gefährlichen Kämpferin gemacht hat.

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