Arman Tsarukyan hat gerade ein kleines, aber sehr aufschlussreiches Detail darüber preisgegeben, wie Khamzat Chimaev an Kämpfe herangeht, und das sagt viel darüber aus, was für ein Champion Chimaev geworden ist.
Laut Tsarukyan verbringt Chimaev nicht viel Zeit damit, seine Gegner auf Video zu studieren. Er ist nicht der Typ, der stundenlang versucht, jede Gewohnheit, jeden Winkel, jedes kleine Muster im Kampfstil des anderen zu entschlüsseln. Tsarukyan zufolge konzentriert sich Khamzat auf sich selbst: sein Tempo, seinen Druck, seine Stärke und sein Vertrauen in das, was passiert, sobald der Kampf zu seinen Gunsten verläuft.
Das klingt glaubwürdig, sobald man es mit dem bekannten Bild von Chimaev vergleicht. Er wirkte nie wie ein Kämpfer, der lange technische Verhandlungen führen will, bevor er die Kontrolle übernimmt. Er geht üblicherweise so in den Kampf, als er erwartet, dass der Gegner mit ihm verhandelt, nicht umgekehrt. Er will den Schlagabtausch erzwingen, Reaktionen provozieren und den Gegner unter Druck setzen, sodass dessen Plan scheitert, noch bevor er richtig greifen kann.
Es passt auch zu dem, wie seine besten Leistungen oft aussahen. Chimaev wirkt selten wie jemand, der nach der perfekten Antwort auf einen bestimmten Gegner sucht. Er wirkt eher wie jemand, der versucht, den Kampf so schnell wie möglich in seine eigene Welt zu lenken. Sobald das gelingt, verändern sich die Fragen. Es geht nicht mehr darum, was der andere vorhatte, sondern darum, ob er dem Tempo, dem Griff, der Kraft und dem ständigen Druck standhalten kann.

Chimaev vertraut seinem eigenen Spiel.
Das heißt nicht, dass er unvorbereitet in Kämpfe geht. Kein Spitzenkämpfer kann so lange bestehen. Im Trainingslager wird immer gearbeitet. Es gibt immer Trainer. Es gibt immer eine gewisse Vorbereitung auf den Gegner im Käfig. Aber Tsarukyans Aussage ist ziemlich klar. Chimaev baut sein Selbstvertrauen nicht auf den Fehlern seiner Gegner auf, sondern auf seinen eigenen Stärken.
Diese Denkweise hat zwei Seiten. Einerseits macht sie ihn auf eine sehr einfache und direkte Weise gefährlich. Kämpfer, die ihrem eigenen Stil so sehr vertrauen, sind schwer zu bezwingen, weil sie nicht lange an sich selbst zweifeln. Sie warten nicht auf den perfekten Moment, um sich sicher zu fühlen. Sie gestalten den Kampf nach ihren Vorstellungen und fordern den Gegner auf, damit umzugehen.
Andererseits birgt es auch Risiken. Auf höchstem Niveau gibt es Abende, an denen ein einziges Detail alles verändert. Eine Angewohnheit. Eine bestimmte Taktik. Ein Fehler beim Übergang. Etwas, das man deutlicher gesehen hätte, wenn man sich die Aufzeichnung länger angesehen hätte. Deshalb führen solche Kommentare immer wieder zu Diskussionen. Manche meinen, genau das mache Chimaev so gefährlich. Andere wiederum denken, diese Art von sturer Zuversicht könne sich schnell in ein Problem verwandeln, sobald er am falschen Abend auf den falschen Gegner trifft.
Aber selbst diese Debatte sagt etwas Wichtiges über ihn aus. Über Chimaev wird nicht mehr wie über einen gewöhnlichen Champion gesprochen. Man diskutiert nicht nur über seine Kampfbilanz oder seine nächste Titelverteidigung. Man spricht über seine Denkweise. Seine Vorbereitung. Seine Überzeugung, dass die meisten Gegner ohnehin nicht entspannt genug sein werden, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen, wenn er als Erster in den Kampf geht.
Das ist wohl der Grund, warum Tsarukyans Aussage so schnell die Runde machte. Sie klang nicht nach belanglosem Gerede. Es klang, als würde ein Spitzenkämpfer die Denkweise eines anderen so beschreiben, wie es die Fans ohnehin schon am Kampfabend zu beobachten glauben. Chimaev wirkt wie jemand, der lieber an seinen eigenen Fähigkeiten feilt, als sich die ganze Woche über die seiner Gegner Sorgen zu machen.
Und im Grunde genommen ist das vielleicht die ganze Geschichte in einem Satz. Chimaev will sich nicht an den Plan eines anderen Kämpfers halten. Er will mit seinem eigenen Druck, seinem eigenen Stil und seinem eigenen Selbstvertrauen in den Ring steigen und dann sehen, wer sich behaupten kann, sobald sich die Käfigtür schließt.
Kampfgerede
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