Alles begann damit, dass Kamaru Usman über ein mögliches RAF-Wrestlingmatch zwischen Jones und Brock Lesnar sprach. Usmans Einschätzung war recht einfach: Lesnars Größe, seine Statur und seine schiere physische Präsenz wären in so einem Match einfach zu viel. Viele hätten es wohl dabei belassen und die Debatte einen Tag lang ruhen lassen. Jones tat genau das Gegenteil. Er legte sofort los und erklärte, er würde beide besiegen.
Das ist die Art von Antwort, die man mittlerweile von ihm erwartet, aber sie funktioniert immer noch, weil niemand so etwas sagt, ohne genau zu wissen, welche Reaktion darauf kommt. Jones hat schon immer verstanden, wie er seinen Namen im Gespräch hält, selbst wenn kein konkreter Vertrag vorliegt. Er beantwortet die Frage nicht einfach, sondern geht darüber hinweg und heizt die ganze Sache noch weiter an.

Jones nutzte eine Wrestling-Debatte, um einmal mehr zu verdeutlichen, dass sein Name immer noch für Aufsehen sorgt.
Der Grund für die rasante Entwicklung ist offensichtlich. Brock Lesnar ist nicht einfach nur ein alter Schwergewichtsname, der aus Nostalgiegründen hervorgekramt wird. Er ist nach wie vor eine der größten „Was wäre wenn“-Figuren, die der Sport je im UFC-Umfeld hervorgebracht hat. Wenn dann noch Jon Jones dazukommt, malen sich die Leute sofort Größe, Druck, Ringen und Chaos aus, selbst wenn es sich gar nicht um einen MMA-Kampf handelt. Und wenn dann noch Kamaru Usman mitmischt und auf Lesnar setzt, wird die ganze Sache noch viel diskutabler.
Jones weiß das. Er weiß auch, dass die Leute jahrelang fast genauso viel über ihn geredet haben – durch Fantasiekämpfe wie durch reale. Das ist Teil seiner seltsamen Stellung im Boxsport. Selbst wenn der nächste Kampf noch ungewiss ist, taucht sein Name immer wieder auf, sobald er mit jemandem in Verbindung gebracht wird, der groß, kontrovers oder körperlich außergewöhnlich ist. Lesnar vereint all diese Eigenschaften, daher war die Reaktion von vornherein groß.
Jones' Antwort war deshalb so wirkungsvoll, weil er nicht versuchte, technisch zu argumentieren. Er analysierte weder Winkel, Angriffe noch Handkämpfe. Er präsentierte direkt die provokante Version seiner Antwort, denn genau diese Version wird oft zitiert, diskutiert und wiederholt. Mit einem Satz machte er aus „Usman glaubt, Brock schlägt Jones im Ringen“ „Jones glaubt, er kann sowohl Brock als auch Usman gleichzeitig besiegen“. Das ist keine Analyse. Das ist eine Waffe für Schlagzeilen.
Da steckt noch etwas anderes dahinter. Jones hat so lange seine Karriere lang die Aura des Mannes verströmt, der jedes Problem lösen kann, dass er selbst jetzt, nach all den Entlassungen, Rückschlägen und Rücktrittsgerüchten, noch immer von derselben Seite spricht. Er klingt nicht wie jemand, der beweisen muss, dass er noch dazugehört. Er klingt wie jemand, der immer noch davon ausgeht, dass ihm der Raum gehört, sobald sein Name fällt. Für manche Fans wirkt dieses Selbstbewusstsein immer noch verdient. Für andere klingt es nach reiner Show. So oder so, es funktioniert weiterhin.
| Wer hat was gesagt? | Hauptpunkt |
|---|---|
| Kamaru Usman | Er sagte, Brock Lesnar würde Jon Jones in einem RAF-Wrestlingkampf besiegen. |
| Jon Jones | Er konterte, dass er sowohl Brock als auch Usman besiegen würde. |
| Warum sich Fans dafür interessieren | Jones und Lesnar fühlen sich immer noch wie Crossover-Schwergewichts-Fantasynamen an. |
Es passt auch deshalb so gut, weil Brock genau der Gegnertyp ist, den viele in Fantasy-Matches immer noch schwer einschätzen können. Seine bisherigen MMA-Erfolge sind das eine, seine körperliche Präsenz das andere. Fans erinnern sich an seine schiere Größe, seine explosiven Angriffe, den Druck, den er ausübte, und daran, wie er trainierte Schwergewichte wie Maschinen aussehen ließ, sobald er in Bewegung kam. Dieses Bild ist bis heute geblieben. Immer wenn also jemand Brock gegen einen anderen absoluten Top-Kämpfer vorschlägt, ist die Diskussion quasi vorprogrammiert.
Jones' Einstieg in diese Diskussion verleiht ihr eine neue Wendung, denn der Boxsport hat sich noch immer nicht endgültig entschieden, welche Version von ihm aktuell verkörpert. Ist er immer noch der Mann, der sich jedem Stil, jeder Statur und jeder Bedrohung anpassen kann? Oder ist er mittlerweile eher Mythos als aktuelle Größe, ein Kämpfer, dessen größte Stärke darin besteht, wie dominant er in den Diskussionen immer noch wahrgenommen wird? Seine eigene Antwort liegt auf der Hand: Er redet immer noch wie der gefährlichste Mann im Raum.
- Usman wählte Lesnar für einen möglichen Wrestling-Kampf gegen Jones.
- Jones antwortete, er würde beide Männer besiegen.
- Die Reaktion darauf machte aus einer Nebendiskussion im Nu ein größeres Gesprächsthema im Kampfsport.
- Lesnars Name hat immer noch so viel Gewicht, dass jede Diskussion über Jones übertrieben wirkt.
Deshalb ist das mehr als nur eine oberflächliche Angeberei in den sozialen Medien. Jones gehört immer noch zu den wenigen Kämpfern, die es schaffen, ein hypothetisches Szenario für ein paar Stunden wie ein echtes Ereignis wirken zu lassen. Er sagt etwas Ungeheuerliches, die Leute streiten darüber, ob er es ernst meint, und plötzlich vergleichen alle wieder Epochen, Körpertypen, Wrestling-Stile und darüber, was passieren würde, wenn eine gigantische Kampfsportidee tatsächlich auf der Matte landen würde.
Niemand weiß, ob diese Geschichte jemals Realität werden könnte. Das spielt fast keine Rolle. Jones erreichte sein Ziel mit seiner Antwort. Die Diskussion kippte zu seinen Gunsten. Brocks Name rückte wieder in den Fokus. Usman wurde Teil des Geschehens. Und Jones sorgte einmal mehr dafür, dass die Geschichte ihn am Ende als den zentralen Mann darstellte.
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